Titelaufnahme

Titel
Die Renaissance der Übersetzung als dialogischer Prozess im interkulturell orientierten Fremdsprachenunterricht : ein Forschungsprojekt auf Basis bilingualer Kinderbücher / Beatrix Kleinig
VerfasserKleinig, Beatrix
Begutachter / BegutachterinDelanoy, Werner ; James, Allan Richard
GutachterDelanoy, Werner
ErschienenKlagenfurt, Oktober 2017
Umfang318 Seiten ; 30 cm : Illustrationen
HochschulschriftAlpen-Adria-Universität Klagenfurt, Dissertation, 2017
Anmerkung
Text auf Deutsch, Zitate und Anhang teilweise auf Englisch
SpracheDeutsch
Bibl. ReferenzOeBB
DokumenttypDissertation
Schlagwörter (GND)Österreich / Englischunterricht / Übersetzung / Übung / Sprachkompetenz / Mehrsprachigkeit / Interkulturalität
URNurn:nbn:at:at-ubk:1-30199 Persistent Identifier (URN)
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Die Renaissance der Übersetzung als dialogischer Prozess im interkulturell orientierten Fremdsprachenunterricht [17.73 mb]
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Zusammenfassung

Die heutigen, von der Globalisierung geprägten Gesellschaften sind von zunehmender kultureller Binnendifferenzierung, Hybridisierung und globaler Vernetzung gekennzeichnet. Die Erlangung dialogischer und soziokultureller Kompetenzen bereits im Schulalter bildet einen wichtigen Grundstein für ein friedvolles Miteinander in einer Umgebung zunehmender kultureller Hybridität. Auf Basis theoretischer Ansätze fokussiert die vorliegende Arbeit auf die Schaffung von Lehr- und Lernbedingungen, die es Lernenden ermöglichen, sich in einem von sprachlicher und kultureller Mehrfachverortung geprägten Handlungsraum frei zu entfalten. Nach einer theoretischen Betrachtung bisheriger Forschung zu den Themen Mehrsprachigkeit, (kulturelle) Übersetzung und Transdifferenz konzentriert sich die Arbeit unter Bezugnahme auf die europäische Sprachenvielfalt auf eine mögliche Renaissance von Übersetzungsübungen im Rahmen des englischen Fremdsprachenunterrichts. Anhand eines empirischen Projektes mit Lernenden verschiedener Alters- und Niveaustufen wird der Frage nachgegangen, wie das pädagogische Potential von Übersetzung genutzt werden kann. Als Forschungsgrundlage dienen zwei bilinguale Kinderbücher, welche sich mit den Aspekten legaler bzw. illegaler Migration beschäftigen. Der erste Teil der theoretischen Betrachtungen gibt einen Überblick über die Terminologien von Mehrsprachigkeit sowie über die auf europäischer Ebene getätigten politischen Interventionen zur europaweiten Anerkennung von Plurilingualismus. Des Weiteren beschäftigt sich dieser Abschnitt mit dem Thema des Fremdsprachenerwerbs aus didaktischer Perspektive. Im zweiten Teil wird die Forschungsmethode der Aktionsforschung vorgestellt, auf deren Fundament das empirische Projekt im schulischen Umfeld gründet. Weitere theoretische Betrachtungen im dritten und vierten Kapitel widmen sich dem Konzept der Transdifferenz sowie dem vielschichtigen Phänomen der Übersetzung als kultureller Prozess und dialogischer Ansatz. Abschließend werden die Forschungsergebnisse eines mehrjährigen Übersetzungsprojektes an verschiedenen Schulen und Schulstufen vorgestellt, wobei ein besonderes Augenmerk auf mehrsprachige und kulturell mehrfachverortete Lernende gerichtet wird. Anhand verschiedener didaktischer Mittel, wie der Beschäftigung mit einer unbekannten Sprache, der direkten Übersetzung aber auch der kulturellen Übersetzung und Ãœbertragung in einen anderen sozialen Kontext, wird unter Zuhilfenahme der Methoden der Aktionsforschung gezeigt, dass Übersetzungsarbeit gerade in Zeiten heterogener Klassenräume ein sehr nützliches pädagogisches Werkzeug sein kann, um die Lernenden zur Reflexion der eigenen und fremden Lebenswelt einzuladen. Durch den mehrjÃ$hrigen Forschungsverlauf wird die kontinuierliche Anpassung der vorgestellten Tasks an die individuellen Bedürfnisse der Lernenden ermöglicht. Die Ergebnisse zeigen einerseits, dass theoretische Ãœberlegungen zumeist nicht 1:1 in den praktischen Unterricht integriert werden können, da viele Faktoren zum Tragen kommen, die in den rein theoretischen Abhandlungen unberücksichtigt bleiben. Das Projekt macht aber andererseits vor allem das Potential von Übersetzungsübungen auf unterschiedlichen Ebenen sichtbar - von der Satzebene über die lexikalisch-denotative Bedeutung von Begriffen hinaus bis auf die soziokulturelle Ebene der Ãœbersetzung von Praktiken, Werten und Vorstellungen. Der dialogische Charakter des Projektes offenbart die Ansatzpunkte von Transdifferenz sowohl auf Wort- und Textebene als auch in der realen Lebenswelt der Lernenden, aber auch dort, wo es im Rahmen der Aktionsforschung zu einer von Unsicherheit und Irritation geprägten Positionierung in den Bereichen zwischen Theorie und Praxis kommt. Der Wirkungsbereich der Transdifferenz entfaltet sich besonders dort, wo die Aushandlung unterschiedlicher Grenzen und Perspektiven nach besonderen Übersetzungsleistungen verlangt. Die sich stetig verändernde kulturelle und sprachliche Heterogenität stellt für den Handlungsraum Schule auch in Zukunft eine spannende Herausforderung dar, um den Bedürfnissen aller Lernenden gleichermaßen gerecht zu werden. In diesem Zusammenhang möchte die vorliegende Arbeit einen Beitrag zur Bewusstmachung von Mehrsprachigkeit und kultureller Mehrfachverortung moderner Gesellschaften leisten.

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