Titelaufnahme

Titel
Entwicklung eines Berufes zur Profession am Beispiel der Radiologietechnologie 1917-2017 / Michaela Rosenblattl
VerfasserRosenblattl, Michaela
Begutachter / BegutachterinGruber, Elke ; Lenz, Werner
ErschienenWiener Neustadt, August 2017
Umfang266 Seiten : Diagramme
HochschulschriftAlpen-Adria-Universität Klagenfurt, Dissertation, 2017
SpracheDeutsch
Bibl. ReferenzOeBB
DokumenttypDissertation
Schlagwörter (GND)Österreich / Deutschland / Schweiz / Radiologie / Technologie / Berufsfeld / Geschlechterverhältnis
URNurn:nbn:at:at-ubk:1-30160 Persistent Identifier (URN)
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Entwicklung eines Berufes zur Profession am Beispiel der Radiologietechnologie 1917-2017 [4.67 mb]
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Die Intention für das Thema der Dissertation war die Erstellung einer biographischen Beschreibung der Entstehung des Berufes Radiologietechnologie und dessen Entwicklung zu einer Profession unter dem besonderen Blick auf die Geschlechterzuordnung. Dazu wurde eine historische Aufarbeitung der Frauenbildung und Berufsentstehung in den Ländern Deutschland, Schweiz und Österreich durchgeführt. Die Akademisierung der Berufe im Sozial- und Gesundheitsbereich, welche einen hohen Frauenanteil haben, wurde und wird in diesen Staaten unterschiedlich gelebt. Die zentrale Fragestellung lautet - Wie haben sich die Absolventinnen / -absolventen der Fachhochschulen am Markt etabliert, welche Aufgaben und Handlungsfelder haben sich seit der Akademisierung entwickelt und inwieweit hat die neue Berufsbezeichnung darauf einen Einfluss? Dazu wurden folgende Hypothesen formuliert - 1. Durch die Überführung der Ausbildung vom postsekundären in den tertiären Bildungsbereich und die Umbenennung in der Berufsbezeichnung, ergeben sich für die Absolventinnen und Absolventen der Radiologietechnologie mehr Chancen im Berufsfeld. 2. Ein Beruf ändert sich mit der Geschlechterzuordnung. Je mehr Männer einen Beruf attraktiv finden, desto höher der Status und desto mehr Möglichkeiten finden sich im Berufsfeld auch für Frauen. Methodisch wurde die Triangulation eingesetzt mit drei Erhebungsformen. * Eine elektronische Umfrage bei den Berufskolleginnen und -kollegen * Problemzentrierte, fokussierte Experteninterviews, * im Vergleich zu bestehenden gesetzlichen Rahmenbedingungen. Evaluiert wurde inwieweit sich Chancen, seit der Überführung in den tertiären Bildungsraum für die Berufsteilnehmerinnen und -teilnehmer ergeben haben. Die Änderungen der gesetzlichen Rahmenbedingungen für die Ausbildung wurden in Beziehung gesetzt mit den Möglichkeiten, sich im Berufsfeld weiterzuentwickeln. Es wurde im Mai und Juni 2017 zunächst eine elektronische Umfrage (Studie 2017) durchgeführt. Der Fragebogen wurde allen Radiologietechnologinnen und -technologen Österreichs zugänglich gemacht. Ausgehend von der veröffentlichten Grundgesamtheit von 3311 Berufsgruppenangehörigen (Statistik Austria, 2015) haben sich 468 Radiologietechnologinnen bzw. Radiologietechnologen beteiligt, das ergibt einen Wert von 14,13%. Darüber hinaus wurden problemzentrierte, fokussierte schriftliche Interviews mit acht Personen durchgeführt. Beide Hypothesen ließen sich bestätigen. Von einem ehemals vorrangig von Frauen ausgeübten Beruf, ist ein Beruf für beide Geschlechter geworden. In jedem der beforschten Fachgebiete, Positionen, Kompetenzbereiche finden sich sowohl Radiologietechnologinnen als auch Radiologietechnologen. Je höher der technische Anspruch wurde, desto mehr Männer wurden angesprochen. Durch die Beteiligung beider Geschlechter haben sich auch die Chancen der Frauen in diesem Beruf erweitert. Sowohl Männer als auch Frauen sind gleichberechtigt am Arbeitsplatz zu finden und erbringen dieselben Leistungen, auch in der Freiberuflichkeit und in der Forschung. Einen Unterschied zeigt das Anstellungsverhältnis der Berufsgruppe im Fachgebiet der allgemeinen Radiologie vor allem in Ordinationen. Dort sind noch immer bis zu 88,6% Radiologietechnologinnen eingesetzt. Je höher der Komplexitätsgrad und der technische Anspruch in den Fachgebieten ist, desto eher findet sich ein fast ausgeglichenes Geschlechterverhältnis. Ein Absolvent der FH Wiener Neustadt arbeitet seit 2012 in die Schweiz und referierte am Österreichkongress 2017 aus seinen Erfahrungen in diesem Land. Er meinte, dass dort die Radiologietechnologinnen / Radiologietechnologen von Ärzten um Rat gefragt werden, welche Untersuchungssequenz am besten zur Abklärung dieser oder jener Fragestellung geeignet wäre. Leider ist diese Wertschätzung gegenüber unserer Berufsgruppe noch nicht in Österreich durchdringend vorhanden. Nach wie vor finden sich alte Intentionen das Rollenmodell von Mann und Frau aufrecht zu erhalten. Aber die vorliegende Arbeit beweist, dass viele Entwicklungsschritte durch Beharrlichkeit, Konsequenz und Kompetenz in die richtige Richtung geführt haben, diesen Weg müssen wir fortsetzen. Radiologietechnologinnen und Radiologietechnologen von heute haben eine exklusive Schnittstellenexpertise und sind fähig die Kommunikationsbarrieren zwischen den Disziplinen Medizin und Technik abzubauen, um die Arbeit mit der Patientin / dem Patienten zu optimieren. Sie sehen in dem Beruf eine große Dynamik, die die akademische Weiterbildung erforderlich macht.

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