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Title
Finanzierungskonzepte von originären und derivativen Unternehmensgründungen : Betrachtung von kapitalintensiven Unternehmensgründungen aus der Perspektive der "Entrepreneurial Finance" / Christian T. Wolf
Additional Titles
Financing concepts of original and derivative enterprise start-ups -
AuthorWolf, Christian T.
CensorKofler, Herbert ; Nadvornik, Wolfgang
Published2008
DescriptionX, 357 Bl. : graph. Darst.
Institutional NoteKlagenfurt, Alpen-Adria-Univ., Diss., 2009
Annotation
Abweichender Titel laut Übersetzung der Verfasserin/des Verfassers
LanguageGerman
Bibl. ReferenceKB2008 07 ; OeBB
Document typeDissertation (PhD)
Keywords (DE)entrepreneurial finance / Gründungsfinanzierung / Neugründungen / derivative Gründungen / MBO
Keywords (EN)entrepreneurial finance / start-up financing / start-ups / MBO
Keywords (GND)Unternehmensgründung / Finanzplanungsmodell
URNurn:nbn:at:at-ubk:1-29326 Persistent Identifier (URN)
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Finanzierungskonzepte von originären und derivativen Unternehmensgründungen [1.22 mb]
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Abstract (German)

In vorliegender Arbeit werden neuere AnsÃ$tze der GrÃndungsfinanzierung unter Bezugnahme auf die ersten Entwicklungsphasen verfolgt, welche unter der Bezeichnung "Entrepreneurial Finance" ihren Éberbegriff finden und vornehmlich Entscheidungen Ãber die Beschaffung und Allokation von finanziellen Ressourcen untersuchen lassen. Die Bestrebung in Richtung einer bestimmten Kapitalstruktur lÃ$sst sich dabei als Finanzierungskonzeption verstehen.

Der thematische Fokus liegt bei kapitalintensiven GrÃndungen mit einem anfÃ$nglichen Finanzierungsbedarf Ãber 100.000 Euro in der originÃ$ren Form der NeugrÃndung und der derivativen Form eines Management-Buy-out.

Diese Ansatzpunkte dienen auch den gegenÃberstellenden empirischen Untersuchungen.

Im zentralen Abschnitt werden die einzelnen Finanzierungsformen und der Bereich hybrider Finanzierung behandelt, die finanzwirtschaftliche Charakteristik von GrÃndungen mittelstÃ$ndischer Finanzierung gegenÃber gestellt. Die Betrachtung von. Eigenkapitalquoten und UmsatzrentabilitÃ$ten bei KMU zeigen die EinflÃsse der umsatzbezogenen UnternehmensgrÃÃe auf Selbstfinanzierungkraft und Kapitalstruktur.

Durch GegenÃberstellung von originÃ$ren und derivativen GrÃndungen werden die Unterschiede in den Phasen der Institutionalisierung und FrÃhentwicklung dargestellt, und betreffen vorwiegend InformationsverfÃgbarkeit, Risikostruktur und AbhÃ$ngigkeit von der AuÃenfinanzierung. Um den Bezug zur Kapitalstrukturentwicklung darzustellen, wurde ein erweitertes Modell zur Finanzierungsentscheidung bei GrÃndungen entwickelt, welches die Hauptfaktoren Kapitalkosten, FinanzierungsverfÃgbarkeit, marketing-konzeptionelle AusprÃ$gung und StrukturvermÃgensinvestition mit einbezieht.

Der erste empirische Teil analysiert Finanzierungsdaten von etwa 2600 GrÃndungen der letzten Jahre. Davon sind rund 21% als kapitalintensiv zu bezeichnen. Diese lassen nie Ã$hnlichere Finanzierungsstruktur bei originÃ$ren und derivativen GrÃndungen erkennen. Der annÃ$hernd unverÃ$ndert hohe Anteil der Kreditfinanzierung Ãber die Jahre weist auf eine bisher unverÃ$nderte Versorgungslage bei Bankkrediten hin, nur bei Management-Buy-out ist ein zunehmender, wenn auch anteilsmÃ$Ãig geringer, anfÃ$nglicher Einsatz von alternativen Finanzierungsmitteln zu beobachten.

Der zweite empirische Teil der Arbeit untersucht die Kapitalstrukturentwicklung bei kapitalintensiven GrÃndungen unter GegenÃberstellung originÃ$re und derivative Form in Bezug zum StrukturvermÃgensaufbau der ersten GrÃndungsphasen. AnfÃ$nglich sind die Kapitalstrukturen bei beiden GrÃndungsformen mit durchschnittlich rund 8% Eigenkapitalanteil sehr Ã$hnlich. WÃ$hrend bei den untersuchten Management-Buy-out daraufhin eine kontinuierliche ErhÃhung der bilanziellen Eigenkapitalquote in den ersten GrÃndungsjahren zu erkennen ist, erhÃht sich bei kapitalintensiven NeugrÃndungen nach einer kurzen Anfangsverlustphase der Eigenkapitalanteil sprunghaft. Dieser liegt gegen Ende des Beobachtungszeitraums mit rund 15% jedoch unter jenem bei Management-Buy-out mit rund 22%. Es lassen sich unterschiedliche Finanzierungskonzeptionen erkennen.

Bei kapitalintensiven NeugrÃndungen ist die Finanzierung des intensiven StrukturvermÃgensaufbaus in den ersten Jahren der Institutionalisierung und FrÃhentwicklung vom Aufbau der Selbstfinanzierungskraft geprÃ$gt. Ein bestimmter Risikokapitalanteil wird offenbar nicht angestrebt, der Einsatz von Beteiligungskapital ist bis hin zur FrÃhentwicklungsphase nicht zu beobachten. Die Finanzierungskonzeption kapitalintensiver NeugrÃndungen wird von einem annÃ$hernd gleich bleibenden VerhÃ$ltnis von Eigen- zu Fremdkapital geprÃ$gt und lÃ$sst sich als VerhÃ$ltniskonzeption der Finanzierung bezeichnen.

Bei kapitalintensiven derivativen GrÃndungen in Form eines Kapitalstrukturentscheidung zu beobachten. Offenbar wird eine bestimmte Risikokapitalausstattung anstrebt, die zur signaltheoretisch begrÃndbaren Sicherstellung der Finanzierung einer zukÃnftig angestrebten Unternehmensentwicklung beitrÃ$gt. Es lassen sich zwei unterschiedliche AusprÃ$gungen der Finanzierungskonzeption erkennen.

Eine HÃ$lfte der untersuchten derivativen Management-Buy-out-GrÃndungen zeigt eine anfÃ$nglich eine hÃhere Risikokapitalausstattung und beobachtbar hÃhere RentabilitÃ$ten in Verbindung mit Gewinnthesaurierung.

ZusÃ$tzliches Risikokapital ist fÃr die angestrebte Kapitalstruktur offenbar nicht erforderlich.

Die zweite HÃ$lfte der Management-Buy-out-GrÃndungen weist geringere Anteile an Einlagekapital und einen geringeren Selbstfinanzierungsanteil auf. Der beobachtbare Einsatz von Beteiligungskapital weist deuten darauf hin, dass ein offenbar angestrebter Risikokapitalanteil in den ersten Entwicklungsphasen erreicht werden soll. Neben Beteiligungskapital im eigentlichen Sinn wird hier teilweise auch informelles Beteiligungskapital im wirtschaftlichen Sinne eingesetzt.

Gemeinsam ist den beiden beobachteten Finanzierungskonzeptionen bei kapitalintensiven derivativen GrÃndungen die Bestrebung zur Reduktion des Fremdkapitalanteils in den ersten Entwicklungsphasen. Dies kann als Substitutionskonzeption der Finanzierung bezeichnet werden.

Die Unterschiede der Finanzierungskonzeptionen bei originÃ$ren und derivativen GrÃndungen in den ersten Entwicklungsphasen lassen eine interpretierende Diskussion theoretischer AnsÃ$tze zu und weisen auf weiteren Forschungsbedarf hin. Die vorliegende Arbeit und das entwickelte Modell zu Einflussfaktoren der Finanzierungsentscheidung bei GrÃndungen sind hier als Ansatzpunkt zu verstehen.

Abstract (English)

This paper deals with new approaches to start-up financing, especially for the initial development phases, which can be summarised under the heading of "entrepreneurial finance" and permit an analysis of the decisions taken in the process of raising and allocating financial resources. The choice of a particular capital structure reflects the financing concept of the start-up enterprise.

The thematic focus of the paper is on capital-intensive start-ups with an initial financing requirement in excess of EUR 100,000, distinguishing between genuine original start-ups and derivative start-ups in the form of a management buy-out. Comparative empirical studies have been performed on this basis.

In its core section, the paper analyses individual forms of finance as well as hybrid finance, comparing the financing characteristics of different small and medium-sized start-ups. The influence of size in terms of sales on the self-financing capacity and the capital structure of SMEs is illustrated on the basis of their equity ratios and their return on sales.

By comparing original and derivative start-ups, differences have been identified during the phases of institutionalisation and early development, which mainly relate to the availability of information, the risk structure and the dependence on borrowed capital.

An extended model, describing the financing decisions of start-ups and relating them to the development of their capital structure, has been developed, which includes the main factors of influence, i.e. the costs of capital, the availability of finance, the marketing strategy and structural capital investments.

The first empirical part of the paper analyses the financing data of about 2,600 start-ups of recent years, 21% of which qualify as capital-intensive. Generally speaking, the equity ratios of capital-intensive start-ups are lower and their financing structures are similar in both original and derivative types. The share of borrowed capital has remained at an almost invariably high level in recent years, which can be taken as an indication that no changes have yet occurred regarding the availability of credit from banks. With management buy-outs, the use of alternative means of finance appears to be on the increase, although its share is still relatively low.

The second empirical part of the paper investigates the capital structure development of capital-intensive start-ups, comparing original and derivative start-up types in terms structural capital building during the initial start-up phases.

Initially, the capital structures of the two start-up types are quite similar, with an average equity ratio of 8%. While management buy-out types appear to be characterised by a continuous increase of the equity ratio over the first few years, capital-intensive start-ups tend to show a steep increase in equity ratios after a brief initial loss-making phase. However, towards the end of the observation period the equity ratios of the latter are around 15%, i.e. lower than the 22% average of the management buy-out types. A difference in financing concepts can be identified.

Capital-intensive start-ups tend to finance the process of intensive structural capital building during the first years of institutionalisation and early development by strengthening their self-financing capacity. It appears that they do not intend to meet their financing needs by raising a certain percentage of venture capital, nor do they consider the possibility of private equity up to and including the early development phase. The financing concept of capital-intensive start-ups is characterised by a more or less stable ratio of own funds to borrowed capital, referred to as the relational concept of start-up finance in this paper.

Capital-intensive derivative start-ups of the management buy-out type show a trend towards active capital structure decision-making. It appears that a certain amount of venture capital is considered desirable, as it serves to secure finance for the intended future development of the business in terms of a signalling model. As the analysis has shown, there are two different forms of financing concepts.

For one half of the derivative management buy-out start-ups investigated, a higher level of venture capital as well as demonstrably higher profitability levels due to profit retention can be observed. It appears that additional venture capital is not required for these start-ups to reach the intended capital structure.

The other half of management buy-out start-ups is characterised by lower capital contributions and a lower proportion of self-financing. Their reliance on private equity is an indication of the fact that a certain share of venture capital is to be reached during the first development phases. Besides private equity in the narrow sense of the term, informal sources of venture finance are also used.

All capital-intensive derivative start-ups, regardless of their financing concept, try to reduce the share of borrowed capital during the first development phases. In the present paper, this is referred to as the substitutional concept of start-up finance. The differences in financing concepts between original and derivative start-ups during the first development phases invite an interpretative discussion of the underlying theories and leave room for further research. The present paper and the model developed to describe factors influencing the financing decisions of start-ups can be taken as a starting point.

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