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Title
Jugendkrisen und ihre Behandlung durch die Gruppenpsychotherapie : ein Plädoyer für die Kombination von Einzel- und Gruppentherapie in der ambulanten Jugendarbeit / Eckehard Thiel
Additional Titles
Youth crisis an their treatment by group psychotherapy - a final speech for the combination of single and group therapy in ambulatory youth work
AuthorThiel, Eckehard
CensorMenschik-Bendele, Jutta ; Ottomeyer, Klaus
Published2006
Description620 S. : graph. Darst.
Institutional NoteKlagenfurt, Alpen-Adria-Univ., Diss., 2006
Annotation
Abweichender Titel laut Übersetzung der Verfasserin/des Verfassers
LanguageGerman
Bibl. ReferenceKB2006 04 ; OeBB
Document typeDissertation (PhD)
Keywords (DE)Jugendkrise / Konzeption einer ambulanten Jugendgruppentherapie / Einzelfallanalyse / 9-Jahres-Katamnese
Keywords (GND)Jugend / Psychische Krise / Ambulante Psychotherapie / Gruppentherapie / Persönlichkeitsentwicklung
URNurn:nbn:at:at-ubk:1-26950 Persistent Identifier (URN)
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Jugendkrisen und ihre Behandlung durch die Gruppenpsychotherapie [9.43 mb]
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Abstract (German)

Die vorliegende Arbeit stellt in einem theoretischen Éberblick das Modell einer individualpsychologisch-sozialpÃ$dagogischen Gruppentherapie fÃr die Behandlung der EntwicklungsstÃrung von Jugendlichen vor, die die Einzel- und Gruppentherapie kombiniert. Sie postuliert, dass diese Kombination mit ihrem theoretischen und konzeptionellen Hintergrund eine optimale Behandlung von "Jugendkrisen" anbietet.

Die Jugendkrise wird als ein "normativer Konflikt mit teilweise klinischer Reaktion" definiert. Schaffen die Jugendlichen es nicht, sie alleine oder mit Hilfe ihres sozialen Umfeldes zu bewÃ$ltigen, besteht die Gefahr, dass sich diese Symptome chronifizieren, es zu einer EntwicklungsstÃrung kommt, die eine professionelle Hilfe erforderlich macht und mit verschiedenen Stressfaktoren bzw. Symptomen korreliert:

z.B. AblÃsungsproblematik, Konflikte mit Gleichaltrigen, Schul-, Selbstwert-, Suchtprobleme, Depressionen, Aggressionen, DissozialitÃ$t und psychosomatische StÃrungen. In der ambulanten therapeutischen Jugendgruppe wird die "peer-group" fÃr den Jugendlichen als "Ébergangsobjekt" genutzt, um die AblÃsung gelingen zu lassen, und sie erfÃllt z.B. die wichtige Funktion, den Jugendlichen Ãber eine "GruppenindentitÃ$t" die Heranbildung einer autonomie-orientierten Jugendlichen-IdentitÃ$t zu ermÃglichen. Zudem hat sie die Aufgabe, die TriangulierungsfÃ$higkeit zu verbessern. Sobald sich das Selbstbild des/der Jugendlichen mit dem Bild weitgehend deckt, das die Gruppe von ihm hat, Ãberwindet er/sie die Krise. Die inhaltlichen Schwerpunkte der Therapiegruppe sind die Herstellung einer GruppenkohÃ$sion, einer angstmindernden, relativ sanktionsfreien (negativen), aber auch die IntimitÃ$t schÃtzenden GruppenatmosphÃ$re, die Existenz eindeutiger Gruppenregeln (z.B. kein aggressives Agieren, Erziehung zum ZuhÃren und Fragen stellen) sowie das Mehrtherapeutenprinzip (familienangenÃ$herte Psychotherapie, A Verhinderung von Agieren). Der Therapieprozess gliedert sich in die Einstiegs-, Arbeits- und AblÃsungsphase. Im GruppengesprÃ$ch manifestieren sich die Wiederholungs-, Mitteilungs-, Generalisierungs-, Biografieexplorations-, AufklÃ$rungs- und Ermutigungsphase (Feedback).

Um die Wirksamkeit der Kombinationstherapie zu veranschaulichen, wird der Entwicklungsverlauf des aggressiven Jugendlichen Tom am Beispiel seiner 5 Hauptkonflikte dargestellt. DafÃr werden chronologisch ausgewÃ$hlte Sequenzen aus seinen 33 GruppengesprÃ$chen und Einzelsitzungen herangezogen, interpretiert und analysiert. Eventuelle Entwicklungsschritte von ihm innerhalb der Gruppe mÃssen ihre Entsprechung in neuen Verhaltenskonstanten in Schule, Familie, Liebesbeziehung, Freundeskreis und beim Drogen- bzw. Alkoholkonsum finden. Durch die authentische Wiedergabe der GesprÃ$che kÃnnen mikroprozessuale VorgÃ$nge sichtbar werden. Die therapeutischen Ziele, Wirk- und gruppendynamischen Heilfaktoren werden gesondert herausgearbeitet. Bei der Analyse von Toms Entwicklungsverlauf wird der Vorteil der Kombination von Einzel- und GruppengesprÃ$ch deutlich, dass er den Schutzraum der Einzeltherapie nutzt, um dort fÃr ihn intime und mit SchamgefÃhl besetzte Probleme und Erlebnisse zu offenbaren, die er sich in der Gruppe aus Angst vor Verletzung nicht anzusprechen traut. Auch besprach er mitunter die spÃ$ter in der Gruppe verbalisierten Probleme vor, um diese dann von Fall zu Fall erneut aufzugreifen. Dies ermÃglichte Tom dann in der Gruppe, z.B. in den beschriebenen Problembereichen, Reflexionsprozesse zu entwickeln.

Um den Erfolg von Toms Therapie nachzuweisen, sollen als Datenquelle die Mutter, Lehrer und Institutionen als "soziale Validierung" herangezogen werden: die Stellungnahme des Jugendpsychiatrischen Dienstes nach einem Jahr Therapie; die Verhaltensbeurteilung in Toms Halbjahreszeugnissen sowie zwei Verhaltensbeurteilungen durch den Klassenlehrer mittels Fragebogen; Toms eigene Aussagen zum Therapieerfolg in einem AbschlussgesprÃ$ch; die Aussagen der Pflegemutter zu Toms Verhaltens und Entwicklung am Ende der Therapie; des weiteren das Interview mit Tom Ãber die EffektivitÃ$t der Gruppentherapie im Anschluss an die Therapie. AbschlieÃend wird eine mit Tom durchgefÃhrte 9-Jahreskatamnese ausgewertet. Dabei kommen neben standardisierten Tests (GieÃen-Test, FPI, BehandlungseinschÃ$tzung der Gruppentherapie nach Froese) auch FragebÃgen zur subjektiven EinschÃ$tzung zum Einsatz, die auf Toms StÃrungen bzw. auf zu Beginn der Therapie formulierte Behandlungsziele abheben, um so eine individuelle Beurteilung des Therapieerfolges zu evaluieren. Die objektive Auswertung stellt sicher, dass eine messbare VerÃ$nderung vorliegt. Die subjektive Auswertung zeigt, ob fÃr den Befragten selbst ein bleibender innerer Eindruck aus der Therapie existiert.

Abstract (English)

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