Titelaufnahme

Titel
Sprache und Zeichen - Kommunikation und Konstruktion : Beitrag zu einer konstruktivistischen Zeichentheorie / Mag. phil. Sarah Elif Fuchsberger
Weitere Titel
Language and Signs - Communication and Construction. Contribution to a constructivistic theory of signs
VerfasserFuchsberger, Sarah Elif
Begutachter / BegutachterinDotter, Franz/ Mitterer, Josef
ErschienenKlagenfurt, März 2015
Umfang305 Blätter : Diagramme
HochschulschriftAlpen Adria Universität Klagenfurt, Dissertation, 2015
Anmerkung
Zusammenfassung in englischer Sprache
Anmerkung
Abweichender Titel laut Übersetzung der Verfasserin/des Verfassers
SpracheDeutsch
Bibl. ReferenzOeBB
DokumenttypDissertation
Schlagwörter (DE)Psycholinguistik / Peirce / Konstruktivismus / Semiotik / Sprachphilosophie / Zeichentheorie / Kybernetik 2. Ordnung / Kommunikation / Kognition / Fuchsberger
Schlagwörter (EN)Peirce / philosophy of language / theory of signs / cognition / communication / semiotics / psycholinguistics / 2nd order cybernetics / constructivism / Fuchsberger
Schlagwörter (GND)Semiotik / Kommunikation
URNurn:nbn:at:at-ubk:1-25789 Persistent Identifier (URN)
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Sprache und Zeichen - Kommunikation und Konstruktion [4.04 mb]
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Zusammenfassung (Deutsch)

In dieser Arbeit ÃberprÃfe ich die vorherrschenden wissenschaftlichen Annahmen zum Thema Zeichen, Zeichenprozesse (Semioseprozesse) und welche Rolle sie in der Konstruktion von individuellen und gesellschaftlichen RealitÃ$tskonzepten spielen. DafÃr mÃssen nicht nur die wichtigsten BeitrÃ$ge der Semiotik zum oben erwÃ$hnten Thema, sondern auch jene im Bereich des Konstruktivismus untersucht werden. Ich beginne mit einer umfassenden Analyse des Zeichenbegriffs nach Charles S. Peirce, um mÃgliche wissenschaftliche und allgemeinsprachliche Zeichendefinitionen zu skizzieren. In weiterer Folge soll versucht werden, den Zeichenbegriff (bzw. die Zeichenbegriffe) in Relation zu konstruktivistischen Annahmen zu setzen. Das Material bzw. die Daten die in Bezug auf die Literatur ausgewÃ$hlt und analysiert werden sind im Folgenden kurz erwÃ$hnt: Die semiotischen Konzepte nach Charles S. Peirce (zusÃ$tzlich sollen kritische BeitrÃ$ge meinerseits sowie SekundÃ$rliteratur dabei helfen, ein Bild von einem operationalisierbaren Zeichenbegriff zu skizzieren) die biologisch-neurowissenschaftliche Tradition nach Maturana , Varela und in weiterer Folge nach Glasersfeld. Luhmanns Theorie sozialer kommunikativer Autopoiesis. Von Foersters Kybernetik zweiter Ordnung Die Vorgangsweise, im Hinblick auf die Arbeit generell und die BegriffsklÃ$rung im Speziellen, soll dabei eine konstruktivistische sein; das heiÃt, hermeneutisch (interpretierend) und introspektiv. Wobei ich bei der Interpretation von meinem persÃnlichen Standpunkt ausgehe - im Sinne des Aristotelschen Satzes: nihil est in intellectu quod non prius fuerit in sensu. Die einzig sinnvolle Vorgangsweise ist somit eine, welche keinen Anspruch auf absolute Wahrheiten und Definitionen erhebt, sondern vielmehr versucht, alle mÃglichen Facetten eines Begriffs sowie dessen kontextueller Gebrauch aufzuzeigen und zu beleuchten. Zu analysierende PhÃ$nomene Durch Sprache und Zeichen lernen wir im Laufe der Ontogenese die Differenz zwischen uns (unserer Psyche) und der uns umgebenden Welt zu bilden. Der semiotische Prozess der Wissenserlangung ist ein Prozess, in dem wir durch Zeichengebrauch und SprachaktivitÃ$ten den Unterschied zwischen der Welt und uns selbst, zwischen Selbst und Nicht-Selbst konstruieren - oder systemtheoretisch gesprochen: zwischen unserem psychischen System und der Umwelt. Und obwohl wir uns, so hat es den Anschein, unsere Wirklichkeit selbst konstruieren, ist es dennoch notwendig, dass wir uns auf eine gemeinsame RealitÃ$t, einen gemeinsamen Erfahrungsbereich beziehen - sonst wÃrde das alltÃ$gliche, zwischenmenschliche Leben nicht funktionieren. Im Zuge der Entdeckung der Quantenphysik wurde immer klarer, dass die Wissenschaft nicht behaupten kann, die Welt fÃr uns Menschen existiere vÃllig unabhÃ$ngig von uns und unseren sprachlichen bzw. zeichenhaften Beschreibungen. So wurde bspw. von Heisenberg bei der Formulierung seiner UnschÃ$rferelation auf die aktive Rolle des Beobachters beim Erkenntnisprozess aufmerksam gemacht: Die Beobachtung der Lage und der Bestimmung des Impulses eines Atoms fÃhrt gezwungenermaÃen zu einem Fehler, welcher eine UnschÃ$rfe zur Folge hat, so dass entweder nur der Impuls oder nur die momentane Lage des Atoms festgestellt werden kann. Somit ist der Prozess des Erkenntnisgewinns ein Prozess, welcher das Objekt der Erkenntnis XE "Erkenntnis" selbst hinblicklich seiner Bestimmung beeinflusst. Nichtsdestotrotz erschaffen wir die Umwelt nicht nur allein durch unser wirklichkeitskonstituierendes Handeln - es muss also auch eine Art AuÃenwelt - eine objektive Instanz angenommen werden. In Anbetracht dieser Éberlegungen erscheint es notwenig, dass es einer grÃndlichen Auseinandersetzung mit den sprachlichen bzw. zeichenhaften PhÃ$nomenen bedarf, um uns einer LÃsung der untenstehenden Problematik annÃ$hern zu kÃnnen. So gilt es zu diskutieren, dass das Universum scheinbar als unsere Umwelt zugleich real - also auÃerhalb und a priori gegeben - und dennoch ein Konstrukt unserer Kognition bzw. SprachaktivitÃ$t, kurz unserer sowohl intersubjektiven als auch intrasubjektiven semiotischen Prozesse, ist. Dabei soll beleuchtet werden, welche Rolle Zeichenprozessen und Sprachverwendung in diesem Konstruktionsprozess zukommt. Ausgangspunkt der Untersuchung - Tertium Datur Es gibt seit der Antike Philosophen, die von einem principium exclusi tertii sive medii inter duo contradictoria, vom Satz des ausgeschlossenen Dritten ausgehen. Das Prinzip besagt, dass fÃr eine Annahme mindestens die Annahme selbst oder ihr Gegenentwurf (bzw. ihre Verneinung) gelten muss. Eine dritte MÃglichkeit, die weder die Annahme ist noch ihr Gegenteil, gÃ$be es nicht. Ich hingegen gehe von einem Prinzip Tertium datur aus und denke, dass es in diesem Dritten, nÃ$mlich in der Relation zwischen dem Subjekt und dem Objekt zum zeichenhaften Aufbau von Welt kommt. Die Wahrheit ist somit wohl irgendwo zwischen den Dimensionen Subjekt - Objekt. Ich lehne also die Konzepte RealitÃ$t oder Wahrheit nicht ab, sondern vertrete den Standpunkt, dass sie uns - zumindest zum Teil - zugÃ$nglich sind. Stefan Weber bspw. weist auf das Paradoxon hin, dass bereits die Unerkennbarkeit der RealitÃ$t eine Eigenschaft von ihr ist, und sie somit eigentlich erkennbar macht:

Zusammenfassung (Englisch)

In this thesis I review the theory of signs and the semiotic process and the role they play in the construction of individual and social reality concepts. In this regard we shall not only review the most important contributions of semiotics to the above-mentioned subject, but also those made by the field of constructivism. I begin with a comprehensive analysis of the theory of the signs by Charles S. Peirce in order to outline possible scientific and general language definitions of the sign. Subsequently, I explore the connection between the concept of the sign (or the semiotic concepts) and the constructivist theories. The following material and data have been selected and analysed in relation to the literature: a. The semiotic concepts by Charles S. Peirce (I combine personal critical contributions and the academic literature to define an operationalized concept of the sign) b. The neurological scientific work by Maturana, Varela and, subsequently, by Glasersfeld c. Luhmann's theory of social communicative autopoiesis d. Second-order cybernetics by Foerster The selected approach, in view of the work in general and the disambiguation in particular, is intended to be a constructivist one; that is, hermeneutic (interpretative) and introspective. Moreover, I develop the interpretation of my personal point of view - in the sense of the Aristotelian sentence: nihil est in intellectu quod non prius fuerit in sensu. The only sensible approach is thus the one that does not make claims on absolute truths and definitions but rather seeks to identify and clarify all possible aspects of a concept and its contextual use. Phenomena subject to this analysis During the ontogenesis we learn to make the difference between us (our psyche) and the world around us through language and signs. The semiotic process of knowledge acquisition is a process in which, through use of signs and language activities, we construct the difference between us and the world, between self and non-self, or from the point of view of system theory, between our mental system and the environment. And although we think to construct our own reality, it is still necessary that we refer to a common reality, a common area of experience - otherwise the everyday human life would not work. In the wake of the discovery of quantum physics has become increasingly clear that science cannot claim that the world for us humans exist completely independently from us and our linguistic and symbolic descriptions. Thus, for example, when formulating his uncertainty principle, von Heisenberg pointed out the active role of the observer in the cognitive process. The monitoring of the situation and the determination of the momentum of an atom is pushing towards a fault which has a fuzzy result, so that either the pulse or the instantaneous position of the atom can be determined. Thus, the process of knowledge acquisition is a process that affects the studied object and ex-post defines its determination. Nevertheless, we are creating the environment not only by our own reality defining action - hence we must allow for an outside world. In light of these considerations, it seems necessary that a thorough examination of the linguistic or semiotic phenomena is needed in order to move closer to a solution of the problems of this study. Therefore, it is important to discuss that the universe which simultaneously appears as our environment is at the same time real - that is, outside and given a priori - yet it is a construct of our cognitive and linguistic activity, as well as of our inter-subjective and intra-subjective semiotic processes. This leads to a discussion of the role of semiotic processes and language use in this constructivist process. To sum up: I do not reject the concepts of reality or truth, but take the view that they are only partially accessible to us.

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