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Title
Arigona Zogaj in der Medienberichterstattung : eine Analyse von fünf österreichischen Tageszeitungen / Jasmin Berger
Additional Titles
Media coverage of Arigona Zogaj : an analyses of five daily newspapers in Austria.
AuthorBerger, Jasmin
CensorHipfl, Brigitte ; Yildiz, Erol
Published2014
Description348 S. : Ill., graph. Darst.
Institutional NoteKlagenfurt, Alpen-Adria-Univ., Diss., 2014
Annotation
Abweichender Titel laut Übersetzung der Verfasserin/des Verfassers
LanguageGerman
Bibl. ReferenceOeBB
Document typeDissertation (PhD)
Keywords (DE)Migrationsforschung / Medienforschung / Cultural Studies / Gender Studies / Migrantinnen in Medien / Inhaltsanalyse / Diskursanalyse / österreichische Tageszeitungen / Bild der Migrantin
Keywords (EN)Migration studies / media studies / cultural studies / gender studies / migrants in medie / content analyses / discourse analyses / daily newspaper in Austria / picture of migrant
Keywords (GND)Österreich / Druckmedien / Migration / Inhaltsanalyse
URNurn:nbn:at:at-ubk:1-24897 Persistent Identifier (URN)
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Arigona Zogaj in der Medienberichterstattung [1.81 mb]
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Abstract (German)

Ziel der Arbeit war es, zu analysieren, warum der Fall Arigona, in den Medien so positiv aufgenommen wurde und warum es gerade dieser Fall war, bei dem die meisten Medien fÃr einen Verbleib des MÃ$dchens und deren Familie in Ãsterreich waren.

Um diesen Fragen auf den Grund zu gehen wurden fÃnf verschiedene Tageszeitungen (Ãsterreich, Kronen Zeitung, Kleine Zeitung, Standard, Presse) analysiert. DafÃr wurden die Inhaltanalyse und die Diskursanalyse ausgewÃ$hlt. Beim Fall Arigona handelt es sich um ein diskursives Medienereignis, das die Ãffentliche Aufmerksamkeit vor allem aufgrund der medialen Berichterstattung erhalten hat. Denn die Abschiebung von AsylwerberInnen, auch von solchen, die schon lÃ$nger in Ãsterreich leben und hier gut integriert sind, ist kein Einzelereignis.

Der Unterschied zu diesen FÃ$llen ist, dass die Figur Arigona die Aufmerksamkeit der Medien auf sich gezogen hat. Das Schicksal des MÃ$dchens hat die BevÃlkerung mobilisiert. Doch es geht nicht nur um Arigona. Es um wichtige Werte des Ãsterreichischen Selbstbildes - Menschlichkeit und Hilfsbereitschaft fÃr Menschen in Not, auch wenn dies gegen das Gesetz. Gerade in den letzten Jahren kommt es in europÃ$ischen LÃ$ndern zu SolidaritÃ$tsbewegungen gegen die Abschiebung als gut integriert geltenden Familien. Wichtige ist hier immer die gute Integration in die Gemeinde, die Betonung ihrer FleiÃigkeit und Rechtschaffenheit sowie die ZugehÃrigkeit zur Gemeinde. DemgegenÃber stehen der Staat oder die Politik, die als stark regelgeleitet dargestellt wird. Vor dieser verteidigt die Gemeinde die Asylfamilien, denn die Gemeinde sieht sich eher im Stand zu entscheiden, wer zu ihr gehÃrt und wer nicht. DafÃr werden LokalpolitikerInnen und Medien mobilisiert, welche die Interessen vertreten sollen. Genau so ist es auch im Fall Arigona passiert und so kommt es auch aus der Inhalts- und der Diskursanalyse hervor.

Dass gerade Arigona d Aufmerksamkeit erhalten hat, liegt vor allem daran, dass sie eine Frau ist. Denn einerseits sind es v.a. in Kriegen immer wieder die Bilder von Kindern und Frauen, welche als Opfer dargestellt werden und somit einerseits die Hilfsbereitschaft und das MitgefÃhl bei AuÃenstehenden wecken und andererseits die MÃ$nner an der Front ermutigen sollen, fÃr ihre Kinder und Frauen daheim zu kÃ$mpfen.

Andererseits ist es auch das Bild der Frau, welche die Nation biologisch, kulturell und symbolisch reproduziert. Die Frau reprÃ$sentiert die nationale Geschichte und Einheit und steht fÃr die Werte der Gesellschaft. Arigona kann hier als die VerkÃrperung der Menschlichkeit gesehen werden, die im Ãsterreichischen Eigenbild eine wichtige Rolle spielt. Gleichzeitig kann auch gesagt werden, dass sie ein Beispiel des postfeministischen Geschlechterpaktes ist. Sie als Muslima aus dem Kosovo hat sich in die Ãsterreichische Gesellschaft integriert und hat sich auch an das hier geltende Frauenbild angepasst.

Sie ist auf einem sehr guten Weg der Emanzipation, welcher durch eine Abschiebung in den Kosovo gefÃ$hrdet ist. Gerade auch in Hinblick auf den okzidentalen Geschlechterpakt ist es nur im Interesse der westlichen Gesellschaft, so ein MÃ$dchen in Ãsterreich bleiben zu lassen. Die zweite Seite des Geschlechterpaktes - nÃ$mlich die Sichtbarkeit der Frauen - wird auch von Arigona in Anspruch genommen. Sie bedient sich dieser Sichtbarkeit, um sich fÃr den Verbleib ihrer Familie in Ãsterreich einzusetzen. Dennoch ist es hier die Familie, fÃr die sie sich einsetzt und andererseits ist es auch ein Mann, der hinter ihr steht und sie beschÃtzt. Somit kann sie als Beispiel des Geschlechterpaktes gesehen werden. Sie nimmt das Angebot, in der Ãffentlichkeit aufzutreten an und verzichtet auf die Kritik am Patriarchat sondern erkennt die Gleichberechtigung als gegeben an. Arigona ist ein junges, hÃbsches, modernes MÃ$dchen, das sic die Werte der Familie einsetzt.

Somit passt sie in die Wertegesellschaft Ãsterreichs, denn dies ist ein wichtiger Wert im Selbstbild der ÃsterreicherInnen. Die positive Einstellung zu Arigona bedeutet jedoch, dass sich die Einstellung in Ãsterreich oder in den Medien zu AsylwerberInnen oder MigrantInnen im Allgemeinen grundlegend positiv Ã$ndern wird. Was die vorliegende Arbeit gezeigt hat, ist, dass es wichtig ist, ob die Gemeinschaft oder die Wertegesellschaft jemanden als dazugehÃrig anerkennt oder nicht. DafÃr muss derjenige bestimmte Bedingungen erfÃllen - gute Integration, Aufgenommensein in einer Gemeinschaft, Sprachbeherrschung und Ablegen aller Andersartigkeit. Erst dann wird man als in der Gemeinschaft aufgenommen anerkannt.

Abstract (English)

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