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Title
Angst im Nacken : Modell Angstbewältigungszentrierte Mediendynamiken ; medienphilosophische Untersuchung von Krisenphänomenen der Gegenwart / Doris Priesching
Additional Titles
How media deal with anxiety : mediaphilosphical study of present phenomenons of crisis
AuthorPriesching, Doris
CensorHipfl, Brigitte ; Duchkowitsch, Wolfgang
Published2011
Description406 S. : graph. Darst.
Institutional NoteKlagenfurt, Alpen-Adria-Univ., Diss., 2011
Annotation
Abweichender Titel laut Übersetzung der Verfasserin/des Verfassers
LanguageGerman
Bibl. ReferenceOeBB
Document typeDissertation (PhD)
Keywords (DE)Medienphilosophie / Medien / Fernsehen / Angst /
Keywords (GND)Angst / Imagination / Medienkultur / Medienphilosophie / Medienkultur / Angstbewältigung
URNurn:nbn:at:at-ubk:1-24544 Persistent Identifier (URN)
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Angst im Nacken [1.78 mb]
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Abstract (German)

Im Mittelpunkt der Dissertation steht die Frage, wie Medien mit dem Phänomen Angst umgehen. Die Frage impliziert die Verbindung von Angst und Medien. Letztere gelten als Angstproduzenten ("Medien schüren Ängste"). Sie stehen im Ruf, Angstbeschleuniger zu sein. Ebenso oft werden Medien, insbesondere Fernsehen, als Entlastungsmodule herangezogen, die mit Unterhaltungsangeboten Entspannung und damit Ausflucht zum beängstigenden Dasein bringen. Ausgehend von der Idee der Pendelbewegung findet in der medialen Darstellung von Angst ein Wechselspiel zwischen Be- und Entlastung statt. Auf der Belastungsseite werden über Nachrichten Bedrohungen gefunden, dargestellt, teilweise auch inszeniert. Auf der Entlastungsseite stehen (Unterhaltungs-)Angebote bereit, die für Erleichterung, Zerstreuung, Flucht sorgen. Beiden Pendelschlägen gemein ist ihre Grundenergie - Angst. Das ist die entscheidende Bedingung für den Mechanismus der gegenwärtigen Kommunikationsgesellschaft. Folge ist das "Starren" auf Angst: Der moderne Medienmensch heftet sich in seiner Wahrnehmung auf Angstreize. Errungenschaften wie Rechtsstaatlichkeit und Demokratie, die modernen Gesellschaften größtmögliche Sicherheit ermöglichen, laufen Gefahr übersehen zu werden. Die Idee der Pendelbewegung bildet den Ausgangspunkt der Untersuchung, die Verbindungen zwischen Medienwissenschaft, Philosophie, Psychologie, Soziologie herstellt, sich gleichzeitig nicht Wirtschaftswissenschaften verschließen kann, weil diese im Alltag von Medien eine wesentliche Rolle spielen. Schließlich sind Angst und Angstbewältigung Themen der Gehirnforschung, womit ein zarter Anklang zu naturwissenschaftlichen Fragestellungen hergestellt wäre. Damit liefert diese Dissertation im besten Sinne einen Beitrag zu den Kulturwissenschaften. Die Einordnung des theoretischen Modells der angstbewältigungszentrierten Mediendynamik, später kurz MAM genannt, erfolgt unter kommunikationswissenschaftlichen Bedingungen. Rückgriffe auf theoretische Ansätze von Der Derian (2007), Duschlbauer (2004), Franck (2007), Hipfl (1999), Margreiter (2001, 2002, 2003, 2004), Münch (1991), Kepplinger (u.a. 1975, 1993) sollen einen Beitrag zur Verstehbarkeit kultureller Codizes erlauben. Die Dissertation gliedert sich in zwei Teile. Der erste Teil umfasst die theoretischen Grundlagen und das entwickelte Modell der angstbewältigungszentrierten Mediendynamiken, im zweiten werden die einzelnen Elemente des Modells anhand von Medienbeispielen illustriert.

Das Phänomen Angst wird disziplinenübergreifend aufgearbeitet. Dies geschieht mit einer detaillierten Untersuchung von Angstphänomenen aus den Bereichen Geschichte, Philosophie, Psychologie und Medizin. Es folgt die Auswertung statistischen Materials, um so eine Einordnung vornehmen zu können, welchen Stellenwert Angst im Leben des Einzelnen sowie in westlichen Gesellschaften einnimmt. Nach diesen theoretischen Vorarbeiten wurde das als Etappenziel erstrebte "Modell angstbewältigungszentrierte Mediendynamiken". In acht Regeln wurde das Gefühl von Unsicherheit und Angst zum Erlebnisrepertoire moderner Gesellschaften zugehörend interpretiert.

Angst als unerwünschtes Gefühl löst im Individuum sofort Abwehrprozesse aus. Diese Abwehrprozesse passieren nach historisch, psychologisch und philosophisch begründbaren Angstbewältigungsstrategien:

Irrationalisieren, Rationalisieren, Verorten, Verstärken, Verharmlosen, Akzeptieren. Laut MAM sind Medien autopoietische (d.s.

selbstreferentielle, sich selbst erhaltende) Systeme und verhalten sich wie autopoietische Systeme: Sie verändern sich durch Außeneinflüsse.

Einer dieser Außeneinflüsse ist Angst. Unsicherheit und Angst gehören in modernen Mediengesellschaften zu dauerhaften Außeneinflüssen auf Medien.

Auf diese Außeneinflüsse reagieren Medien mit denselben Angstbewältigungsstrategien wie Individuen auch.

Angstbewältigungsmöglichkeiten bieten Medien, indem sie Bedrohungs- und Entlastungsszenarien abbilden.

Der zweite Teil der Untersuchung belegt mit Fallbeispielen, wie Medien in den unterschiedlichsten Bereichen mit dem Konstrukt Angst umgehen:

Sie verarbeiten die von Individuen und Gesellschaft bereits vorhandene Grundstimmung auf systemimmanente Weise. Die einprägsamsten Bedrohungskomplexe treten in der gegenwärtigen weltpolitischen Situation in den Bereichen Umwelt, Sicherheit, Existenz und Kapital zutage. Ihnen entsprechen die diversen Entlastungsangebote. Beide, sowohl Bedrohung als auch Entlastung, drücken den Zwang zur Angstbewältigung aus.

Abstract (English)

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