Titelaufnahme

Titel
Zur Zeitlosigkeit der Methoden politischer Propaganda : eine historische Vergleichsstudie / Christiane Louca
Weitere Titel
The timelessness in the methods of political propaganda. A historical comparative study
VerfasserLouca, Christiane
Begutachter / BegutachterinFenk, August ; Winter, Rainer
Erschienen2009
UmfangVI, 427 S. : Ill., graph. Darst.
HochschulschriftKlagenfurt, Alpen-Adria-Univ., Diss., 2009
Anmerkung
Abweichender Titel laut Übersetzung der Verfasserin/des Verfassers
Zsfassung in engl. Sprache
SpracheDeutsch
Bibl. ReferenzKB2009 09 ; OeBB
DokumenttypDissertation
Schlagwörter (DE)Propaganda, Massenkommunikation, politische Kommunikation, persuasive Kommunikation / strategische Kommunikation / Negative Campaigning / politisches Marketing / Manipulation / Massentheorie
Schlagwörter (EN)propaganda / mass communication / political communication / persuasive communication / strategic communication / negative campaigning / political marketing / manipulation / mass theory
Schlagwörter (GND)Propaganda / Methode / Geschichte
URNurn:nbn:at:at-ubk:1-20402 Persistent Identifier (URN)
Zugriffsbeschränkung
 Das Werk ist frei verfügbar
Dateien
Zur Zeitlosigkeit der Methoden politischer Propaganda [4.36 mb]
Links
Nachweis
Klassifikation
Zusammenfassung (Deutsch)

Das primäre Erkenntnisinteresse der Dissertation gilt der Frage, ob bzw. in welcher Form ähnliche Propagandaansätze im Lauf der Geschichte unter verschiedenen gesellschaftlichen, politischen und technischen Rahmenbedingungen anzutreffen sind. Die Beschäftigung mit dem Forschungsstand hat nämlich ergeben, dass es zwar immer wieder Abhandlungen über Beispiele von Propagandakommunikation vor Beginn des 20. Jahrhunderts gegeben hat, jedoch nie unter besonderer Berücksichtigung ihres jeweiligen Kontexts. Erst mit dem Beginn der modernen Propagandaforschung wurden Fallbeispiele ab dem frühen 20.

Jahrhundert bei ihrer Analyse in jeweilige gesellschaftspolitische Gegebenheiten eingebettet. Mit dieser Arbeit wird daher der Versuch unternommen, Beispiele historischer Propagandakommunikation in ihren konkreten Kontext zu stellen und sie in der Folge anhand der Gesichtspunkte moderner Propagandaforschung vergleichbar zu machen. Ausgehend von einem Überblick über die Theorie der Massenkommunikation werden im theoretischen Teil der Arbeit die Facetten politischer Kommunikation erläutert. Nach der anschließenden Abgrenzung von verständigungsorientierter und strategischer Kommunikation, wird der Fokus dann auf die Mechanismen persuasiver Kommunikation gelegt. Das letzte und umfassendste Kapitel des theoretischen Teils widmet sich schließlich den Formen, Mechanismen, Wirkungsweisen, Funktionen und Rahmenbedingungen von Propagandakommunikation.

Im Rahmen einer historischen Vergleichsstudie wird dann Bussemers "Propaganda-Paradigma der Massentheorie" herangezogen. Anhand der sozialpsychologischen Rekonstruktion nach Kempf wird überprüft, ob Annahmen aus dem Bereich der "Massentheorie" erst seit dem späten 19.

bzw. frühen 20. Jahrhundert der Leitgedanke der Propagandisten waren oder ob diese Tendenz vielmehr bis in die Antike zurück verfolgbar ist und auch heute noch beobachtet werden kann. Durch die Untersuchung diverser Praxisbeispiele von Propagandakommunikation aus unterschiedlichen Zeitaltern bestätigt sich die anfängliche Vermutung:

Massentheoretisch ausgerichtete manipulative Propagandatechniken kamen und kommen unter den verschiedensten Bedingungen zum Einsatz. Dennoch treffen nicht alle Annahmen aus dem Paradigma der Massentheorie auf sämtliche untersuchten Fälle zu. So bleiben etwa ein "abgegrenztes Kampagnenverständnis von Propaganda" bzw. die Sichtweise derselben als "Krisenerscheinung" oder auch die Überzeugung von "starken Medienwirkungen" Sichtweisen, die sich nur für das späte 19. bzw. frühe 20. Jahrhundert bestätigen lassen. Was sich allerdings wie ein roter Faden durch die Geschichte zieht, ist die Überzeugung der Propagandisten von "concord and order" zum Wohle der unwissenden Menschheit bzw. die Instrumentalisierung dieser Maxime zum persönlichen Machterhalt.

Besonders interessant ist in diesem Zusammenhang die Tatsache, dass - trotz variablen Einstellungen und Selbstverständnis der Zielgruppen - die Weltsicht der Propagandisten im Lauf der Geschichte stets mehr oder weniger unverändert geblieben ist. Eine "zynische Perspektive auf die Demokratie", ein Bild von der Menschheit als "irrationale Masse" und die Überzeugung von einer strengen "top-down-Meinungsbildung" - all diese Sichtweisen finden sich in sämtlichen untersuchten Beispielen wieder.

Zusammenfassung (Englisch)

The thesis primarily focuses on the question if or in which way similar approaches to propaganda can be found throughout the course of history on diverging basic conditions. For the state of research's evaluation has shown that examples of propaganda dating from the 19th century and before have been analyzed time and again yet never considering their specific context. Only after the emergence of modern propaganda research in the early 20th century contemporary examples of propaganda were embedded into particular socio-political circumstances upon analysis. Thus this study attempts to put examples of historical propaganda into their context and to subsequently render them comparable based on the aspects of modern propaganda research. Starting from an overview of mass communication theory, the facets of political communication are outlined within the theoretical part of the thesis. After the subsequent demarcation of agreement-oriented and strategic communication, the focus is laid upon the mechanisms of persuasive communication. The last and broadest chapter of the theoretical part is eventually dedicated to the types, mechanisms, modes of action as well as basic conditions of propaganda. Within the scope of a historical comparative study the ,propaganda paradigm of mass theory' according to Bussemer is being used. By means of the ,socio-psychological reconstruction' according to Kempf the author examines whether assumptions from the field of mass theory became the principle of propagandists not until the late 19th and early 20th century or whether this trend can be observed starting from the ancient world and until today. Through the analysis of practical examples of propaganda from various periods the initial assumption is being verified: mass theoretically oriented manipulative propaganda techniques have been and are being employed on unlike conditions. Nevertheless, not all assumptions from the field of mass theory are applicable to every example under study. The ,delimited campaign apprehension' or the understanding of propaganda as ,crisis-related', but also the belief in ,strong media impacts' remain perspectives which only apply for the late 19th and early 20th century. However, one tenor can be regarded as timeless: the propagandists' conviction of ,concord and order' for the good of a clueless mankind or rather this maxim's exploitation to the retention of their power. On a related note it is very interesting that - in spite of varying mindsets and self-conceptions among the target groups - the propagandists' world view has remained more or less unaltered in the course of history. A ,cynical attitude towards democracy', a view of mankind as an ,irrational mass' as well as the belief in a ,rigorous top-down opinion making' - these views can be found in all examples under study.

Statistik
Das PDF-Dokument wurde 84 mal heruntergeladen.