Titelaufnahme

Titel
Vom britischen Punk zum Hardcore Punk in Los Angeles : die Entstehungsgeschichte des Hardcore Punks mit einer interdisziplinären Analyse von Texten der Band Bad Religion aus der Reagan-Ära / Anna Margarete Landes
Weitere Titel
From british punk to hardcore punk in Los Angeles. The development of hardcore punk and an interdisciplinary analysis of the texts of the band Bad Religion during the Reagan era.
VerfasserLandes, Anna Margarete
Begutachter / BegutachterinHelbig, Jörg ; Ayaß, Ruth
Erschienen2009
UmfangVI, 404 Bl.
HochschulschriftKlagenfurt, Alpen-Adria-Univ., Diss., 2009
Anmerkung
Abweichender Titel laut Übersetzung der Verfasserin/des Verfassers
SpracheDeutsch
Bibl. ReferenzKB2009 13 ; OeBB
DokumenttypDissertation
Schlagwörter (DE)Hardcore Punk / Punk / Los Angeles / Bad Religion
Schlagwörter (EN)Hardcore Punk / Punk / Los Angeles / Bad Religion
Schlagwörter (GND)Hardcore / Geschichte
URNurn:nbn:at:at-ubk:1-20339 Persistent Identifier (URN)
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Vom britischen Punk zum Hardcore Punk in Los Angeles [1.81 mb]
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Zusammenfassung (Deutsch)

Hardcore Punk ist eine Form der Punkmusik, die Ende der 1970er Jahre in Südkalifornien entstand. Sowohl als Musikform, als auch als Ausdruck von Gemeinschaft und Identität grenzte sich der Hardcore Punk von den bis dahin praktizierten und gelebten Varianten der Punkmusik und -kultur ab. Punk in seiner absichtlich rudimentären und primitiven Ausdruckskraft fand durch den Hardcore Punk eine weitere Reduktion auf seine wesentlichen Elemente. Hardcore Punk war damit nicht nur eine Konsequenz sozialer und geographischer Gegebenheiten, sondern er generierte auch seine eigene soziale Realität. Das Ziel der vorliegenden Arbeit ist es, diese Aspekte miteinander zu verbinden und zu beschreiben. Dazu wird das komplizierte Bedeutungsgewebe von Kontext, Text, Produktion und Konsumation des Hardcore Punks am Beispiel der Band Bad Religion analysiert. Dabei wird ein interdisziplinärer Ansatz verfolgt, der insbesondere auch musiksoziologische und philosophische Betrachtungsweisen umschließt. Die Gründe, warum Hardcore Punk ins Zentrum des Erkenntnisinteresses dieser Arbeit gerückt wird, sind seine Entstehungsweise im Austausch mit der britischen und New Yorker Punkkultur und seine Weiterentwicklung innerhalb einer ganz spezifischen lokalen Musikkultur und Klanglandschaft (Soundscape). Im Besonderen wird auch auf das Beziehungsgeflecht zwischen dem britischen und dem amerikanischen Punk eingegangen, das bisher in dieser Ausführlichkeit nicht Gegenstand von Untersuchungen war. Genau dieser komplexe Austausch von musikalischen, sozialen und politischen Aspekten zwischen den beiden Ländern wird als Grundlage für das Entstehen des Hardcores überhaupt identifiziert. Gleichermaßen spielen auch die amerikanischen Mythen, ihre Bildung und ihre Bedeutung für die Gegenwart eine bedeutende Rolle in der Einordnung des Hardcore Punks. Musikkritiker und -kritikerinnen hatten Ende der 1970er Jahre die Meinung vertreten, dass sich Punk mit seiner negativen und destruktiven Note in den USA nicht großflächig durchsetzen könnte. Man hielt das gesellschaftliche Klima für zu liberal und grundsätzlich positiv, als dass diese Art von Musik einen markanten Einfluss auf die Jugendlichen entfalten könnte. Großbritannien würde, darin war man sich einig, die weitaus größere Prägung auf die Zukunft der Punkszene ausüben, falls diese überhaupt eine Zukunft haben würde. Dieses Meinungsbild bestätigte sich nicht; Punk entwickelte sich gerade an jenen Orten weiter, an welchen man es nicht für möglich gehalten hatte: in den Vorstädten amerikanischer Großstädte, den Zentren des amerikanischen Mythos.

Durch diesen "musical localism" entwickelten sich organische Beziehungsgeflechte zwischen Orten und Musikstilen. Diese, auch "soundscapes" genannten, differenzierbaren musikalischen Räume werden anhand des Beispiels von Los Angeles genauer untersucht, ebenso wie die spezifischen dortigen Produktions-, Distributions- und Konsumbedingungen der Musik. In Los Angeles, mit seinen unendlichen Vorstädten, dort wo der amerikanische Traum am vehementesten mit Alltag und Realität kollidiert, entstand eine der fruchtbarsten Punkszenen. In Los Angeles manifestierte sich die Differenz zwischen dem Mythos, aus dem sich das Selbstbild der amerikanischen Gesellschaft nährt, dem amerikanischen Traum und der tatsächlichen realen Lebenswelt. Mit der Ablehnung der Politik Reagans wuchs auch der Einfluss progressiver Intellektueller, wie zum Beispiel Noam Chomsky, auf die Inhalte der Punkmusik. Punk nahm somit im Los Angeles der 1980er Jahre sowohl eine inhaltliche, als auch eine musikalische Wende, die in der Adaption auf die suburbane Lebenswelt der amerikanischen Vorstädte und in der Ablehnung des amerikanischen Traums begründet war. Diese Ablehnung ist deshalb so bemerkenswert, da die handelnden Personen vom amerikanischen Traum und vom Mythos des daraus erwachsenden gesellschaftlichen Selbstverständnisses geprägt waren. Sie kritisierten den Traum, konnten ihm jedoch in letzter Konsequenz nicht entfliehen. Genau aus diesem Widerspruch heraus entwickelte sich der Punk neu: vom Egoismus des eigenen Leidens an der Welt zum Einbringen positiver Handlungsziele, von der Ablehnung aller Werte zur Auseinandersetzung mit ihnen und zu ihrer Weiterentwicklung. Es sind nicht zuletzt die Werte der Aufklärung, die hier eine entscheidende Rolle spielen: das relativ egoistische Individuum des frühen Punks wird graduell durch ein Individuum ersetzt, das sich zwar kritisch, aber mit positiven Zielen ausgestattet in den gesellschaftlichen Diskurs einbringt.

Zusammenfassung (Englisch)

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