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Title
Die psychosozialen Langzeitfolgen der politischen Gewalt in Peru und der Versuch einer Aufarbeitung durch die Kommission für Wahrheit und Versöhnung aus der Perspektive der Betroffenen / Nora Ramirez Castillo
Additional Titles
The perspective of the victims on the psychosocial long-term effects of the political violence in Peru and the attempt of rehabilitation through the truth and reconciliation commission
AuthorRamirez Castillo, Nora
CensorOttomeyer, Klaus ; Taubner, Svenja
PublishedKlagenfurt, Juni 2015
DescriptionIII, 279 Blätter
Institutional NoteAlpen Adria Universität Klagenfurt, Dissertation, 2015
Annotation
Abweichender Titel laut Übersetzung der Verfasserin/des Verfassers
LanguageGerman
Bibl. ReferenceOeBB
Document typeDissertation (PhD)
Keywords (DE)Wahrheitskommission / Versöhnung / Vergangenheitsbewältigung / Politische Gewalt / Psychologisches Trauma / Posttraumatische Belastungsstörung / Sozialpsychologie / Menschenrechtsverletzung / Verschwundene
Keywords (EN)truth commission / truth and reconciliation commission / psychological trauma / PTSD / human rights violations / social psychology / disappearance / political violence
Keywords (GND)Peru / Gewalt / Politik / Opfer / Menschenrechtsverletzung / Vergangenheitsbewältigung / Wahrheitskommission
URNurn:nbn:at:at-ubk:1-2727 Persistent Identifier (URN)
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Die psychosozialen Langzeitfolgen der politischen Gewalt in Peru und der Versuch einer Aufarbeitung durch die Kommission für Wahrheit und Versöhnung aus der Perspektive der Betroffenen [18.76 mb]
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Abstract (German)

Ziel: Die Arbeit mÃchte die Langzeitfolgen der politischen Gewalt in Peru (1980-2000) fÃr die Betroffenen aufzeigen und zum VerstÃ$ndnis, wie sich die Kommission fÃr Wahrheit und VersÃhnung (2001-2003) auf die Opfer des bewaffneten Konflikts in diesem Land ausgewirkt hat, beitragen. Ebenso sollen der Folgeprozess der Wahrheitskommission dargestellt und gesellschaftliche Auswirkungen diskutiert werden. Methodik: Es wurden 37 problemzentrierte Interviews mit Betroffenen der politischen Gewalt sowie 12 ExpertInnen-Interviews gefÃhrt. Die Interviews wurden mittels qualitativer Inhaltsanalyse ausgewertet. Ergebnisse: Die befragten Personen berichteten von zahlreichen Folgen der politischen Gewalt auf individueller und sozialer Ebene: Am hÃ$ufigsten wurden Ãberdauernde GefÃhle von Angst und Trauer sowie soziale Konflikte und der Verlust von Werten und Traditionen in den lÃ$ndlichen Gebieten genannt. Die Teilnahme am Wahrheitskommissionsprozess rief einerseits positive GefÃhle wie Erleichterung und Anerkennung hervor. Andererseits wurden jedoch hÃ$ufiger negative GefÃhle wie reaktivierter Schmerz und wieder entflammte soziale Konflikte genannt. Die Motivation der Betroffenen ihr Zeugnis vor der Wahrheitskommission zu geben war u.a. die Hoffnung auf Reparationen und Gerechtigkeit. Prolongierte und intransparente Folgeprozesse fÃhrten zu Frustration und EnttÃ$uschung. Bei einem Teil der befragten Personen kam es zu einem gesteigerten Bewusstsein fÃr die eigenen Rechte. Die Voraussetzungen fÃr VersÃhnung, wie z.B. Gerechtigkeit oder Entschuldigung und Wiedergutmachung waren fÃr die Betroffenen unzureichend verwirklicht. Schlussfolgerung: Bei der Konzeption von Aufarbeitungsinstrumenten mÃssen die BedÃrfnisse der Betroffenen beachtet werden. MÃglichkeiten der Partizipation, ausreichend Information und transparente Prozesse sowie die psychosoziale Begleitung Betroffener sollten mitbedacht und eingeplant werden.

Abstract (English)

The research focuses on the long-term effects of the political violence in Peru (1980-2000) and on the impact of the truth and reconciliation commission (2001-2003) for the victims of the armed conflict. Thirty-seven interviews with survivors and 12 interviews with experts were conducted and analyzed. The victims' reports showed that the political violence had on-going effects on their lives on an individual and social level. The participation of the survivors in the TRC process led to positive emotions such as alleviation and feeling recognized. Nevertheless, negative impacts such as the reactivation of emotional pain and out-bursts of social conflict were mentioned more often. For most participants, the hope to receive reparations and to achieve justice was the most important motive to participate in the truth-seeking process. Prolonged procedures and lack of transparency led to frustration and disappointment among victims. The results of the research point to the necessity of change in the conception of truth commissions: The needs of the victims for participation, information, transparency and rehabilitation as well as psycho-social support should be considered throughout the process.

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