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Title
Warum funktioniert Militär? : eine gruppen- und organisationsdynamische Analyse am Beispiel des Österreichischen Bundesheeres / Mag. (FH) Franz Gumpitsch
Additional Titles
How does the military function? A group and organizational dynamic analysis of the Austrian Armed Forces
AuthorGumpitsch, Franz
CensorKrainz, Ewald ; Heintel, Peter
PublishedKlagenfurt, 02/2016
Descriptionxi, 464 Seiten : Illustrationen
Institutional NoteAlpen Adria Universität Klagenfurt, Dissertation, 2016
Annotation
Abweichender Titel laut Übersetzung der Verfasserin/des Verfassers
Zusammenfassung in englischer Sprache
LanguageGerman
Bibl. ReferenceOeBB
Document typeDissertation (PhD)
Keywords (DE)Militär / Gruppendynamik / Organisationsdynamik / Österreichisches Bundesheer / Funktionsweise /
Keywords (EN)Military / Group Dynamics / Organizational Dynamics / Austrian Armed Forces / functionality
Keywords (GND)Österreich / Bundesheer / Organisationsanalyse / Gruppendynamik
URNurn:nbn:at:at-ubk:1-2352 Persistent Identifier (URN)
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Warum funktioniert Militär? [3.36 mb]
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Abstract (German)

GegenstÃ$ndliche Forschungsarbeit hat sich zum Ziel gesetzt die Frage "Warum funktionieren militÃ$rische Organisationen?" am Beispiel des Ãsterreichischen Bundesheeres zu ergrÃnden. Diese sehr weit gefasste Fragestellung wurde in ihrer Gesamtheit noch keiner interdisziplinÃ$ren Beantwortung zugefÃhrt. Im Zuge der Bearbeitung wird auf diverse Teildisziplinen der MilitÃ$rwissenschaften zurÃckgegriffen, wobei die Lehre der Gruppen- und Organisationsdynamik als theoretisches "Bindemittel" herangezogen wird. Aus der Forschungsarbeit folgt der Schluss, dass eine strenge Stab-Linien-Hierarchie sowie das Prinzip von Befehl und Gehorsam als augenscheinliche BegrÃndungen militÃ$rischen Funktionierens zu kurz greifen. Wenngleich in der Systemumwelt Einsatz noch bedingt tauglich, so wird in gegenstÃ$ndlicher Forschungsarbeit klar dargelegt, dass sie spÃ$testens in der Systemumwelt Frieden ihren ErklÃ$rungscharakter zur FunktionalitÃ$t militÃ$rischer Organisationen verlieren. Eine ebenen- und funktionenÃbergreifende Notwendigkeit stellen die diversen AusprÃ$gungen des Vertrauensbegriffs laut den Forschungsergebnissen als Grundbedingung fÃr die HandlungsfÃ$higkeit des Systems sowie fÃr dessen interne KohÃ$sion dar. Nur durch dieses kann die hierarchische Barriere zwischen indirekter und direkter Kommunikation Ãberwunden werden und dem menschlichen BedÃrfnis nach EmotionalitÃ$t Rechnung getragen werden. Diese ÉberbrÃckung von direkter und indirekter Kommunikation findet im Wesentlichen auf der Organisationsebene der Einheit statt, der auch aufgrund diverser weiterer Merkmale, wie beispielsweise der erstmaligen Abbildung aller Dienstgradgruppen oder deren bedingter taktischer und logistischer SelbststÃ$ndigkeit, die grÃÃte Bedeutung aller militÃ$rischen FÃhrungsebenen zukommt. GemÃ$à Erkenntnissen dieser Forschungsarbeit entwickelten militÃ$rische Organisationen das FÃhrungsprinzip der Auftragstaktik sowie diverse andere "Entlastungsventile" als Widerspruchsmanagement, die letztlich zu einem Aufweichen militÃ$rischer Organisationen als totale Institutionen fÃhrten, um der durch den gesellschaftlichen Wandel bedingten gesteigerten Individualisierung bzw. den vermehrten SelbstverwirklichungsbedÃrfnissen Rechnung zu tragen. Eine weitere zentrale Rolle erhÃ$lt ein der Systemumwelt Einsatz geschuldetes aktionistisches Handlungsprinzip nach dem Motto "Geht nicht gibt's nicht". Dieses wird insbesondere durch FÃhrungskrÃ$fte, aber auch als einfache Soldaten verkÃrperte LeistungstrÃ$ger, die sich Ãber die jeweilige AuftragserfÃllung selbst verwirklichen und hierzu enorme persÃnliche Ressourcen einsetzen, vorgetragen und fungiert dahingehend als Systemmotor, der sich zugleich aber abtrÃ$glich auf Organisationsentwicklung auswirkt. Die Organisationsentwicklung bzw. -anpassung im gegenwÃ$rtigen gesellschaftlichen Umfeld stellt die militÃ$rischen Organisationen derzeit vor die grÃÃte Herausforderung, deren BewÃ$ltigung bislang aussteht.

Abstract (English)

Present research work tries to answer the question "why military organizations function" with a special focus on the Austrian Armed Forces. This broadly framed question has never been researched as a whole in an interdisciplinary context. In order to thoroughly answer this question, several sub-disciplines of the military sciences were referred to during the research process and within the final paper. Additionally, to the applied aspects of military sciences, the group and organizational dynamic teaching served as the supplementary and theoretical attic during the scientific process and within this final paper aiming on a synthesis of all relevant findings. In general, present research work comes to the conclusion that the strict hierarchical line-staff organizational structure, as well as the principle of order and obey, have just a limited explanatory range as to allow a thorough answer. Even though they are applicable to a limited extent in a combat system environment, they become nearly superfluous in a peacetime system environment. A necessity across the different hierarchical functions and echelons is the organizational member's general trust as basic condition for the organizational cohesion. This phenomenon succeeds in overcoming the hierarchical barrier between indirect and direct communication and therefore meets the human requirement of emotional satisfaction. The exchange between this direct and indirect communication occurs chiefly at the organizational echelon of the unit. Additional findings suggest the unit to be one of the most important echelons in military organizations. Changes in contemporary society have forced military organizations to evolve mission-type tactics and several other relief valves in order to meet certain needs for individualization and self-fulfillment. Unfortunately, such relief valves lead to a weakening of military organizations as "total institutions". Another key aspect is the actionist "can-do-principle" which is imperative to success in the combat system environment. Especially key performers acting as persistent system impellent rely on that "can-do-attitude" which - despite their good intentions - hinders any organizational development intervention. It is these organizational developments and adjustments which poses the biggest challenge for contemporary military organizations and still necessitate a proper solution.

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