Titelaufnahme

Titel
Wirtschaftspolitik und Corporate Citizenship in Österreich : das Potenzial von gesellschaftlichem Unternehmensengagement für mehr soziale Gerechtigkeit / Marisa Mühlböck
Weitere Titel
Economic Policy and Corporate Citizenship in Austria: The Potential of Corporate Social Responsibility to Enhance Social Justice
VerfasserMühlböck, Marisa
Begutachter / BegutachterinHaber, Gottfried ; Langer, Josef
Erschienen2011
UmfangX, 252, XXII Bl. : graph. Darst.
HochschulschriftKlagenfurt, Alpen-Adria-Univ., Diss., 2011
Anmerkung
Abweichender Titel laut Übersetzung der Verfasserin/des Verfassers
SpracheDeutsch
Bibl. ReferenzOeBB
DokumenttypDissertation
Schlagwörter (DE)Wirtschaftspolitik / Corporate Citizenship / Unternehmensverantwortung / Corporate Social Responsibility / soziale Gerechtigkeit / Wirtschaftssysteme / Expertenbefragung
Schlagwörter (GND)Österreich / Wirtschaftspolitik / Unternehmen / Corporate Social Responsibility / Soziale Gerechtigkeit
URNurn:nbn:at:at-ubk:1-34 Persistent Identifier (URN)
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Wirtschaftspolitik und Corporate Citizenship in Österreich [3.74 mb]
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Zusammenfassung (Deutsch)

Unter dem Schlagwort "Governance" werden lebhafte Diskussionen Ãber neue politische Steuerungsmodelle gefÃhrt, die den Rahmenbedingungen des 21. Jahrhunderts gerecht werden sollen. Dabei geht es einerseits um transnationalen Regelungsbedarf in einer globalisierten Welt, andererseits auch um eine optimale Rollenverteilung zwischen den, das gesellschaftliche Zusammenleben bestimmenden Systemen und Akteuren.

Neue technologische Entwicklungen, Globalisierung, demographische Verschiebungen durch Alterung der Gesellschaft oder durch Migration, strukturelle Arbeitslosigkeit und neue Formen von Armut, gepaart mit einer schwierigen wirtschaftlichen Gesamtsituation geprÃ$gt von leeren Staatskassen, stellen uns vor enorme gesellschaftspolitische Herausforderungen, die von staatlicher Seite alleine nicht mehr bewÃ$ltigt werden kÃnnen. Die Rollenverteilung des 20. Jahrhunderts ist fÃr diese Herausforderungen des 21. Jahrhunderts nicht mehr gerÃstet.

Auf wirtschaftliche und private Akteure kommen neue Aufgaben und Verantwortungen zu, die bis dato der Staat (in Ãsterreich und Deutschland unter dem Schlagwort des Wohlfahrtsstaats) Ãbernommen hatte.

ZusÃ$tzlich erfordert der Wandel zu einer polyzentrischen und pluralistischen Gesellschaft eine neue Form von Kommunikation und Interessensausgleich zwischen den Akteuren. Die Analyse und Definition einer neuen, dem Gemeinwohl fÃrderlichen Aufteilung von Rechten und Pflichten unter den Akteuren sollte somit das Gebot der Stunde sein. Im Zentrum des gegenstÃ$ndlichen Forschungsprojekts steht das BeziehungsverhÃ$ltnis zwischen den Systemen Staat und Wirtschaft. Es ist davon auszugehen, dass den hierarchischen Strukturen und institutionellen Mechanismen, die sich mit der Herausbildung von Marktwirtschaft und Sozialstaat nach Ende des Zweiten Weltkriegs in Ãsterreich manifestiert haben, nicht mehr geeignete ProblemlÃsungskompetenz zukommt. Ein neuer partnerschaftlicher Weg - im Rahmen des Konzepts von Corporate Citizenship (CC) - kÃnnte hingegen MÃglichkeiten aufzeigen, die komplexe Situation zu entschÃ$rfen. Der Fokus dieses potentiellen Beitrags der Unternehmen liegt in der gegenstÃ$ndlichen Betrachtung auf dem Kriterium der sozialen Gerechtigkeit als wichtige SÃ$ule der Sozialen (bzw. Ãkosozialen) Marktwirtschaft. Die individuelle Wahrnehmung der LebensumstÃ$nde als "sozial gerecht" ist Voraussetzung fÃr sozialen Frieden und stabile politische VerhÃ$ltnisse. Das konkrete Forschungsziel liegt in der Analyse des Potenzials von Unternehmen, sich im Sinne des Gemeinwohls fÃr mehr soziale Gerechtigkeit zu engagieren. In diesem Zusammenhang wird das InteraktionsverhÃ$ltnis von Staat und Wirtschaft theoretisch und empirisch anhand einer zweistufigen Expertenbefragung untersucht. Die Ergebnisse bestÃ$tigen, dass hinsichtlich der Bereitschaft der Unternehmen sich als Corporate Citizens stÃ$rker fÃr soziale Gerechtigkeit zu engagieren, Potenzial gegeben ist. Es herrscht sowohl Bewusstsein fÃr die Tatsache, dass soziale Gerechtigkeit einen wesentlichen gesellschaftlichen Stabilisationsfaktor darstellt, als auch fÃr die Verantwortung der Wirtschaft in diesem Zusammenhang. Jedoch sind im Besonderen die politischen Akteure gefordert, dieses Potenzial zu heben. Vor allem das fehlende Bekenntnis der Ãsterreichischen Politik zum Themenbereich Corporate Citizenship, scheint eine gesamtgesellschaftliche Weiterentwicklung zu verhindern. Die gegenstÃ$ndliche Analyse zeigt einerseits mÃgliche kausale ZusammenhÃ$nge fÃr diesen politischen Stillstand auf und bietet der Ãsterreichischen Politik andererseits konkrete Handlungsempfehlungen an, um im internationalen Vergleich auf diesem Themengebiet nicht weiter ins Hintertreffen zu geraten. Im Zuge dieser Betrachtung wurden wirtschaftspolitische Instrumente zur FÃrderung der gesellschaftlichen Unternehmensverantwortung sowie die den CC-Kontext beeinflu Rahmenbedingungen untersucht und auf ihre Wirkung hinsichtlich der Steigerung der sozialen Gerechtigkeit ÃberprÃft. Die Ergebnisse zeigen:

Der Staat sollte Rahmenbedingungen struktureller Natur, vor allem in Bezug auf Bildung und der Vereinbarkeit von Familie & Beruf setzen, eine neue Rollenverteilung in der Gesellschaft initiieren, koordinieren und moderieren sowie mit Vorbildfunktion vorangehen. Eine Kombination an Steuerungsinstrumenten scheint notwendig zu sein, um Unternehmen zu einem grÃÃeren Beitrag zur sozialen Gerechtigkeit zu motivieren, wobei die Bewusstseinsbildung im Zentrum steht.

Zusammenfassung (Englisch)

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